Philosophie und Geschichten

Jedes alte Fahrgeschäft hat seine eigene Geschichte. Dieser gerecht zu werden, bedeutet für uns Verantwortung und Verpflichtung zugleich. Unsere grundlegende Aufgabe besteht darin, den ursprünglichen Kern für jetzige und künftige Generationen zu erhalten. Der Spagat, den heutigen Anforderungen der Kontrollorgane wie dem Swiss TS gerecht zu werden, und gleichzeitig die alt hergebrachten Teile zu erhalten, ist nicht einfach und mit hohen Kosten verbunden.

Mai 2015: Holzpferd von Poeppig und Hübner

Nach und nach renovieren wir all unsere Besatzungsteile. Beim Restaurieren des ersten Holzpferdes konnte festgestellt werden, dass es sich bei diesem um ein ganz altes Stück aus der Hübner/Poeppig Manufaktur (1909 – ca. 1925) aus Neustadt an der Orla handelt. Es hat ein Alter von gut 100 Jahren. Die Tiere, die von Poeppig und Hübner geschnitzt wurden, sind sich sehr ähnlich. Dennoch können Kenner die einzelnen Skulpturen an kleinen Details unterscheiden. Die bestechende Eleganz der Kunstwerke zeigt sich vor allem in den wunderschönen, sich meist aufbäumenden Pferden mit ihren elegant geschwungenen Hälsen, die an die Form eines Schwanes erinnern. Auch typisch sind die betonten Bewegungen im Sprung und die Verdickung der Kehle, die den Pferden Stolz und Noblesse verleihen. Andrea Weile, die unsere Tiere mit grossem Engagement und Können instand hält, ist der Meinung, dass es sich um einen Hübner handelt. Viele Attribute sprechen eindeutig dafür, wie die Form der Ohren, die Stirnlocke, die geblähten Nüstern, das kurze, vorne schmale und hinten breite Gesicht, die Muskulatur der Beine, die Form und Haltung der Fesseln und Hufe etc. Mit grosser Wahrscheinlichkeit sind auch unsere vier weiteren Holzpferde vom gleichen Schnitzer.